Hey Eliten, Whaaat Uuuup?!

HUH!

Island, Land der Herzen! Erst die Politische Revolution von Innen, jetzt der unglaubliche Run bei der EM 2016! Einfach genial! <3 <3 <3

huh

 

Ein Gespräch über eigentlich alles.

Wenn wir die Welt retten, dann auf zwei Rädern

von Adam Nümm

Manche Abende verlaufen anders, als man es sich vorgestellt hatte. Meistens sind es die besten.

Als mich mein Mitbewohner am Nachmittag fragte, ob ich bei der „Fahrrad Demo“ mit radeln würde, hatte ich noch mit „Nö.“ geantwortet. Die jeden letzten Freitag im Monat stattfindende Fahrradtour durch Berlins Straßen war mir zwar schon zu Ohren gekommen, aber bisher hatte ich weder besondere Notiz von den sich allmonatlich unmittelbar vor unserer Haustür treffenden RadfahrerInnen genommen,  noch hatte ich mich genauer erkundigt, worum es sich bei der Sache eigentlich dreht.

Als ich  einige Zeit später, nach getaner Arbeit, einen kleinen Spaziergang um den Block machte, sah ich sie erneut: hunderte Radfahrer, jedweder Coleur, versammelten sich mal wieder am Heinrich Platz, einige von ihnen mit mobilen Musikanlagen ausgestattet, die sie mit Spanngurten an ihren Rädern befestigen oder im Anhänger hinter sich herziehen.

Es geht losEs geht los, quer durch die Stadt

Ob es meine Leidenschaft für mobile Soundlösungen war, oder einfach nur die Lust ein bisschen rauszukommen und frische Luft zu schnappen – fünf Minuten später stehe ich mitsamt meinem Fahrrad wieder auf dem Heinrichplatz und bin bereit für „Critical Mass“, für die kritische Masse, wie sich die Aktionsform selber nennt – ein Phänomen, wie ich später erfahren werde, das sich 1992 in San Francisco entwickelte und sich seitdem in Städte weltweit ausbreitet.

critical massAuch sportliche Biker sind dabeiAuf der Critical Mass sind jung und alt gleichermaßen vertreten // Auch sportliche Biker sind dabei

Um kurz nach Zwanzig Uhr werde ich Zeuge einer ungewöhnlichen Situation: feierlich wird ein Countdown runter gezählt und der Tross setzt sich, die Oranienstraße in westliche Richtung nehmend, in Bewegung. Das ganze ist so stimmungsvoll, dass es mich spontan an einen Etappenstart der Tour de France erinnert oder den Start eines Marathonlaufs. Allerdings ohne das ganze Brimborium drumherum: hier gibt es nur Radfahrer, die, von überall herkommend,  sich selbst organisieren – keine Absperrungen, keine Banner, keine Zuschauermassen. Nur das ganz normale Kreuzberger Publikum, das wie üblicherweise flaniert oder in den umliegenden Cafes sitzt und das jetzt durchaus angetan ist von der sich abspielenden Szene und sich offenkundig darüber freut, dass (wie so oft) wieder einmal etwas los ist in Kreuzberg.

Und schon bin ich mittendrin in der „kritischen Masse“. Einer von vielen. Ein Glied der Kette, die sich behende Richtung Stadtmitte ihren Weg bahnt; zumeist geht es geradeaus, den Anfang der Gruppe sehe ich längst nicht mehr vor mir. Ab und zu steht Motorradpolizei an gesperrten Kreuzungen oder besser: an Kreuzungen, bei denen außer uns alles steht; AutofahrerInnen, die warten müssen, bis wir vorbei sind. Ein schönes Gefühl, einfach so im Verband durch die City zu fahren.

Zusammen fahrenMan fährt: zusammen

Schnell fällt mir auf: der Umgang miteinander ist freundlich, die Stimmung ausgelassen. „Komm durch“ sagt einer zu mir, als ich etwas schneller fahre, und fährt extra für mich ein wenig zur Seite. Da freue ich  mich und fühle mich aufgehoben. So nett ist man im Straßenverkehr sonst nicht zu mir. Bemerkenswert finde ich, wie die RadfahrerInnen selbstorganisiert und ohne mit der Wimper zu zucken Autofahrer „blocken“ an Kreuzungen, wenn dies nicht gerade von Polizisten erledigt wird. Die vorderen fahren direkt an die entsprechenden Stellen und sorgen so dafür, dass die Autofahrer da bleiben wo sie sind – um den Tross der Radfahrer effektiv abzuschirmen.

Wo lang, entscheidet der FlowMuss auch warten, wie alle andere: StretchlimoWo lang es geht, entscheidet der Flow // Muss auch warten, wie alle anderen: Stretchlimo

Einmal, als wir uns einem Zebrastreifen nähern, wird die Gruppe gemeinsam langsamer und bremst ab; lässt die Fußgänger zuerst rüber gehen. „Alles nach Straßenverkehrsordnung“ sagt jemand, halb im Scherz. Ich werde später noch über diesen Satz nachdenken.

Wohin? – Keine Ahnung!

„Wenn irgendwann jemand die Welt rettet, dann auf 2 Rädern“, sagt ein junger Mann, nachdem ich ihn frage, warum er bei „Critical Mass“ dabei sei. Er ist sportlich gekleidet und trägt – passend zu seinem Rennrad – ein buntes Radfahrercappy. Von ihm erfahre ich endlich, worum genau es sich bei der ganzen Sache handelt. Critical Mass ist nämlich nicht – wie ich zuerst gedacht hatte – eine Demo, sondern ein echter, selbstorganisierter und daher „privater“ Fahrradausflug. Ich bin verdutzt. „Aber wohin geht denn der Ausflug?“ frage ich. „Keine Ahnung!“ bekomme ich zur Antwort. „Das weiß  keiner.“RadfahrerInnen blocken PKWan Kreuzungen, um den "Zug" zu scRadfahrerInnen blocken PKW an einer Kreuzung, um den Zug zu schützen

Einigermaßen verblüfft realisiere ich, dass diese Bewegung etwas sehr besonderes ist. Denn obwohl sich hier viele Menschen zusammen tun, für die gemeinsame Sache, gibt es keine Agenda, kein politisches Element, keinen konkreten Forderungskatalog und vor allem: keine Hierarchie. Außer den Menschen, die die Berliner Facebook Seite verwalten, ist da nichts – und das, wird mir relativ schnell klar, ist auch gut so. „Critical Mass ist schon ein Statement an sich, wenn auch ohne direkte Forderung. Wir nutzen unser Recht als Bürger im Straßenverkehr.“

B612-2015-05-29-21-06-00Xavor Pedal „Wird Zeit, dass sich unser Blickwinkel ändert“

Politisch im Unpolitischen

„Aber was ist mit den roten Ampeln, die wir ständig überfahren?“ möchte ich wissen. Xavor Pedal (wie sich der junge Mann später vorstellt), antwortet: „Das ist alles im grünen Bereich. Wenn man mit einer großen Gruppe radelt, gilt man laut Straßenverkehrsordnung als „Zug“. Das ist ja das geile.“ Die Vordersten, so erklärt er mir, müssen sich also durchaus an rote Ampeln halten und stehen bleiben, wenn rot ist. Ist dann grün und der Zug einmal in Bewegung, darf aber weitergefahren werden, auch wenn die Ampel wieder auf rot springt. Meine Verblüffung ist ungebrochen. Hier wird also gemeinsame Sache gemacht, der öffentliche Raum in Beschlag genommen und (manch einer würde sagen) ein riesen Verkehrschaos verursacht – aber alles innerhalb der gültigen Gesetze. „Warum Verkehrschaos“, sagt Xavor. „Das echte Chaos sind doch die ganzen Luftverpester. Nur haben wir uns an die leider gewöhnt. Wird Zeit, dass sich unser Blickwinkel ändert.“ Ja, da hat er wohl recht. „Wir Radfahrer haben doch genauso das Recht, unseren Raum zu beanspruchen wie die Autofahrer.“ Da gibt es nichts dran zu mäkeln.

SiegessäuleAuch der Kreisverkehr an der Siegessäule wir in Beschlag genommen

Ob ich mit dem Rad fahre oder mit dem Auto, ist meine Entscheidung. „Das Politische ist schon irgendwie da“, meint Xavor weiterhin, „Vielleicht steckt sozusagen das Politische im Unpolitischen.“ Interessant. Ich hatte mich nämlich schon gewundert, warum auf dieser Veranstaltung keinerlei Parteifahnen beispielsweise der Grünen zu sehen sind. Die Bewegung lässt sich nicht so leicht vereinnahmen, eben weil sie sich selbst nicht als „politisch“ verordnet – zumindest nicht offiziell. Dass nicht wenige, der hier versammelten Menschen durchaus politische Motive haben, finde ich nichts desto trotz leicht heraus. Die meisten der von mir interviewten RadlerInnen geben durchaus gerne ihre Unzufriedenheit preis, wenn es um die Rechtssituation in Deutschland geht, bezogen auf Radfahrer vs Autofahrer. „Eine Frechheit“ sei es, wie die Autofahrerlobby hierzulande von der Politik verhätschelt werde; einer fragt mich ganz offen und sichtlich erzürnt: „Wieviele von uns müssen eigentlich noch sterben, damit sich da endlich etwas tut? Neulich in Kreuzberg ist wieder ein Radfahrer von einem LKW getötet worden, Reichenberger Ecke Glogauer Straße“ Er erklärt mir die schwierige Situation und mir wird klar, dass sich hier viele Menschen Luft machen, die unzufrieden sind mit den herrschenden Verhältnissen.

Vorbei an Kulturstätten wie dem Haus der Kulturen der WeltVorbei an Kulturstätten wie dem Haus der Kulturen der Welt

Vielfalt trifft Entschleunigung trifft  Kultur

Die Menschen hier sind aber ohne Frage nicht alle vom selben Schlag, geschweige denn alle gleich motiviert. So unterschiedlich wie die Fahrräder, so unterschiedlich die Menschen: jung und alt radeln mit – der eine mit Mountainbike, andere  mit Fahrradkorb und wieder andere mit selbst zusammengeschweißten Liegerädern. „Für mich ist das die geilste Party überhaupt“ sagt Jonas, (22), Elektriker, und freut sich über die vielen Musikanlagen, die mit ganz unterschiedlichen Musikstilen einen gewissen Drive in das Ganze bringen. Gisela ist mit 69 Jahren erstaunlich fit für ihr Alter. Für sie ist die Möglichkeit, mal unbeschwert durch ihre Heimatstadt Berlin zu fahren, der Hauptgrund für ihre Teilnahme. „Das hat schon was, wenn man mit all den Leuten gemeinsam durch die Stadt fährt, in der man so viel schon erlebt hat. Man sieht ja auch was von der Stadt. In der Ubahn sieht man ja nichts.“Unterschiedlichste Räder und MenschenWie die Räder, so die Menschen: unterschiedlich

In der Tat, man sieht was. Und zwar so einiges. Als wir an einem prunkvollen Schloss vorbeifahren und ich schon seit einiger Zeit die Orientierung verloren habe, wird mir geholfen: „Das ist das Charlottenburger Schloss“, sagt Andreas (Mitte 50), Diakon aus Ostberlin. Für ihn war heute besonders die Durchradelung des Tunnels am Alexanderplatz von Bedeutung. „Da war ich mal festgesetzt worden, zusammen mit anderen Friedensaktivisten, Mitte der Achtziger. Normalerweise fährt man da ja nur mit dem Auto durch – mit dem Rad ist das schon was anderes, da werden Erinnerungen wach.“ Ob er sich vorstellen könne, dass aus der Critical Mass eines Tages auch so etwas wie eine Friedensbewegung werden könne, frage ich ihn. Andreas, Friedensaktivist und Diakon aus BerlinAndreas, Ostberliner Diakon, radelt zum ersten mal mit und ist begeistert

„Das ist sie doch schon. Wo sonst bitte schön hat man so ein friedliches Miteinander wie hier? Die Leute reden miteinander, anstatt – voneinander abgekapselt – im Stau zu stehen. Alle reden von Entschleunigung. Das hier ist gelebte Entschleunigung!“ In dem Moment heben die FahrerInnen vor uns alle gleichzeitig und geräuschlos die Hand und werden langsamer. Ein magischer Moment. Arm heben statt Warnblinker. Das hat was. Direktes. Geerdetes. Natürliches.

Regeln VS Vertrauen

„Regeln sind nur in einem bestimmten Maß sinnvoll. In dem Maß, in dem wir uns gegenseitig [als Menschheit / Anm.d.V.] misstrauen. Je mehr wir uns vertrauen, desto weniger Regeln brauchen wir“ sagt eine Radfahrerin, lächelt uns an und beschleunigt dann. Ich werde nachdenklich. Was, wenn wir vorhin am Zebrastreifen nicht aufgrund der Regel, sondern aus echter Rücksichtnahme auf die anderen abgebremst hätten? Wäre es vielleicht tatsächlich so, dass wir weniger Straßenverkehrsregeln (und allgemein weniger Regeln) bräuchten, wenn wir lernen würden, mehr aufeinander Acht zu geben? Oder, anders ausgedrückt, z.B. anstatt Autos nur noch Fahrräder benutzen würden? Ein schönes Gedankenspiel allemal.

critical massAuch gehandicapte MitbürgerInnen sind mit von der Partie

Je mehr ich über diese Dinge nachdenke, desto mehr wird das Radfahren an sich für mich zur vielseitigsten, zeitgemäßen gesellschaftlichen Metapher überhaupt. Egal ob Öko-Diskurs, Freiraum-Debatte oder der allgemeine Trend hin zu mehr Körperbewußtsein: mir scheinen die Hinweise darauf, dass diese Masse schon sehr bald tatsächlich eine „kritische Masse“ werden könnte, aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Motivierbarkeiten, unübersehbar groß. Und auch, als wir am Bundestag vorbeifahren und aus der Radlermeute laute Buh-Rufe erschallen, werde ich in meinem Instinkt bestätigt. „Wir werden jedes mal mehr, gewöhnt Euch lieber schon mal dran!“, ruft einer der Radfahrer den Sicherheitsangestellten am Reichtagsgebäude zu.Am Bundestag: Die Rufe werden lauterAm Bundestag: die Rufe werden lauter

Mittlerweile habe ich meine Orientierung wieder gefunden. „Ach, hier ist die Deutsche Oper!“ ruft ein jüngerer Teilnehmer seiner Freundin zu – Musik trifft Politik trifft Entschleunigung trifft Kultur.. Die Liste der Vorzüge dieses Fahrradausfluges ließe sich sicher noch fortführen. Mir aber tut mittlerweile – offen gestanden – der Arsch weh. Und dunkel ist es inzwischen auch. Hoffentlich, denke ich, fahren die da vorne bald mal rechts, damit es mal wieder Richtung Süden geht. Nach Eberswalde wollte ich heuteabend eigentlich nicht mehr radeln.. Zu allem Überfluss sehe ich, wie mein Nachbar sich einen Powerbar gönnt oder sowas – irgendeine Paste für Leistungssportler in einer Aluminiumverpackung. Plötzlich bin ich einigermaßen verunsichert. Bin ich hier vielleicht in so eine Art Marathon geraten – ein neuartiges Internet Massenphänomen für Sportverrückte? So sportlich sehen die meisten hier aber gar nicht aus.

Von MC Hammer über Falko bis hin zu Black Sabbath reicht das musikalische Spektrum auf der Critical Mass, auch Liebhaber elektronischer Musik kommen voll auf ihre Kosten

„Letztes mal sind wir um die 50 Kilometer geradelt“ höre ich jemanden sagen. Mir wird bang. Darauf bin ich nicht vorbereitet. Als ich meine Sorge laut ausspreche, entgegnet mir mein Nachbar gelassen: „Das gehört dazu. Wer will schon ein Leben ganz ohne Selbst Überwindung?“ Mir gefallen seine Worte. Und als wir kurz danach abbiegen, kann ich wieder lachen, denn die Musik gefällt mir im Dunkeln noch besser, einige RadlerInnen haben jetzt ausgefallene Beleuchtungen an Rädern und Kleidung – der Zug im Dunkeln verschmilzt zu einer fahrenden, pulsierenden Lichterkette.

„Ihr seid vieeeel zu viele!“ ruft laut ein Mitbürger mit Bierflasche in der Hand, als der Tross mitten durch Reinickendorf jagt. „Ich würde das echt gern mal von außen sehen, das dauert sicher eine halbe Stunde oder länger, bis alle durch sind, sagt Xavor, der mittlerweile wieder neben mir fährt. „Leider ist es auch gar nicht einfach, mal alle zu zählen, das sind bisher immer nur Schätzungen. Einige Tausend sind wir definitiv, vielleicht schaffen wir ja diesen Sommer mehrere Zehntausend. Da geht was!“ grinst er.

Eine Viertelstunde später entschließe ich mich, den Tross zu verlassen. Auch aus der Einsicht heraus, dass dies ein ganz zentraler Bestandteil des Ganzen ist: Menschen kommen zusammen und dann lösen sie sich wieder voneinander. Es gibt kein „Ziel“, kein offizielles Ende. Zwar, so heisst es, wollen einige wohl später noch ein bisschen zusammen im Volkspark Friedrichhain Musik hören und ein Bier trinken – aber das ist absolut keine Pflicht. Ich bin müde und habe Hunger. An der Straßenecke Danziger/Prenzlauer Allee lösen sich mit mir gemeinsam ein paar RadlerInnen aus dem Tross. „Kreuzberg!“ ruft einer. Da bin ich dabei.

Party Bikes by nightParty Biker by night

Als ich  wieder in meinem Kiez ankomme, ist es Viertel nach Elf. ich bin gute drei Stunden durch Berlin geradelt, circa 40 Kilometer. Das waren die kurzweiligsten drei Stunden seit langer Zeit. Ich brauche ein wenig, um mich wieder an den normalen Verkehr zu gewöhnen – es ist wie mit allem anderen auch: man gewöhnt sich schnell an neu gewonnene Freiheiten – andersherum ist es schwieriger. Vielleicht darf man ja hoffen, dass in Zukunft immer mehr Menschen in den Genuss des befreienden Radelns kommen. Und wenn dann, am Ende, die Fußgänger über die Radfahrer triumphieren, haben wir vielleicht gewonnen.

http://criticalmass-berlin.org/critical-mass/verhaltensregeln/

 

KUNG FURY *OFFICIAL SHORT*

YOGA in Zeiten der SELBSTOPTIMIERUNG

Ich finde es grundsätzlich sehr gut, wenn immer mehr Menschen Yoga machen. Yoga ist (wie hunderte andere Möglichkeiten auch) für Körper, Seele und Geist eine wunderbare, entspannende und kräftige Sache, bei der wir uns darin üben können, etwas Gutes für uns zu tun.

Neulich beim Bikram Yoga hatte ich aber wieder einmal eine Begegnung, die mir bewusst gemacht hat, dass wir als Gesellschaft ein Grundsatz Problem haben, das man vermutlich nicht in Kursen oder oder durch bloße Beschäftigung mit „einer Sache“, einem „Trend“ oder einer „Disziplin“ in den Griff kriegt..

YOGA, eine Chance

Wir neigen zu Leistungsdenken. Selbst viele von denjenigen, die den Weg zu Yoga etc finden, lassen sich (oft unbewusst), vom Leistungsgedanken und entsprechenden Identifikationsmustern leiten.

Letztlich bringt das Bild vom Yogalehrer, der der Beste (und Erfolgreichste) sein will und der am Ende so viel Yoga (und später dann Yoga Business) macht, dass er mit Herzinfarkt umkippt, es auf den Punkt: wenn wir nicht wirklich achtsam mit uns selber sind, wenn wir immer wieder dem Trug erliegen, dass wir glauben besser sein zu müssen, besonders gut sein zu müssen, uns erst gut fühlen können, wenn wir besser sind oder mehr haben als andere – dann werden wir nie aus dem Kampf austreten können, der viele von uns so erschöpft.

Yoga ist zweifelsohne eine Chance. Ein Geschenk, bei dem viele von uns ahnen, wie wertvoll es eigentlich ist.

Ich hoffe, dass unser Streben nach Leistung, Profit und Optimierung am Ende nicht dazu führt, dass in unserer Gesellschaft vom eigentlichen Geist dieses‘ Geschenks zuletzt nicht viel mehr übrig bleibt, als ein Firmenlogo.

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